Die FWG-Kreistagsfraktion sieht grundsätzlich die Notwendigkeit, sich mit der Zukunft der Kreisverwaltung und modernen Arbeitsplätzen für die Beschäftigten auseinanderzusetzen.
Ein neuer Verwaltungsstandort kann durchaus Chancen bieten: moderne Arbeitsplätze, neue Formen der Zusammenarbeit, eine zeitgemäße Arbeitswelt und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. All dies sind wichtige Anforderungen an eine leistungsfähige und attraktive Kreisverwaltung.
Dennoch kommt die FWG nach sorgfältiger Abwägung zu dem Ergebnis, dass der geplante Standortwechsel unter den derzeitigen finanziellen Rahmenbedingungen nicht verantwortbar ist.
Wir müssen heute eine Entscheidung treffen und dabei das Wünschenswerte klar vom finanziell Machbaren trennen.
Der Landkreis und insbesondere die Städte und Gemeinden stehen vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Steigende Umlagen und wachsende Kosten belasten die kommunalen Haushalte zunehmend. Deshalb müssen wir sehr sorgfältig abwägen, welche langfristigen finanziellen Verpflichtungen wir eingehen.
Die jüngst bekannt gewordenen Haushaltsdaten für 2027 lassen weitere Belastungen des Kreises erwarten. Sie deuten auf eine erneute Verschlechterung der Kreisfinanzen hin. Vor diesem Hintergrund muss finanzielle Vernunft Vorrang haben.
Ja, möglicherweise bietet sich eine solche Chance für einen neuen Standort so schnell nicht wieder. Aber auch eine besondere Gelegenheit rechtfertigt keine Entscheidung, deren finanzielle Folgen über Jahrzehnte hinweg den Handlungsspielraum des Landkreises und seiner Kommunen weiter einschränken könnten.
Die FWG ist nicht gegen eine moderne und zukunftsfähige Kreisverwaltung. Im Gegenteil: Wir unterstützen eine attraktive Arbeitsumgebung und eine moderne Verwaltung. Aber Zukunftsfähigkeit bedeutet auch, finanzielle Verantwortung zu übernehmen.
Deshalb gilt für uns: Nicht alles, was wünschenswert ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt auch finanzierbar.
Aus diesem Grund wird die FWG dem geplanten neuen Standort der Kreisverwaltung in der vorliegenden Form nicht zustimmen.
„Verantwortungsvolle Politik heißt, Chancen zu erkennen – aber auch zu wissen, wann die finanziellen Grenzen erreicht sind.“