Sicherung der Notfallversorgung im ländlichen Raum hat höchste Priorität
Die Freie Wählergemeinschaft (FWG) Kreis Gießen zeigt sich äußerst besorgt über die Auswirkungen der jüngsten gesetzlichen Änderungen auf die Finanzierung der Luftrettung. Nach den derzeit bekannten Regelungen sollen steigende Personal- und Betriebskosten künftig nicht mehr in vollem Umfang ausgeglichen werden. Dies gefährdet die wirtschaftliche Grundlage der Flugrettungsstandorte und damit einen unverzichtbaren Bestandteil der medizinischen Notfallversorgung.
Gerade in einer Flächenregion wie Mittelhessen ist die Luftrettung ein wesentlicher Baustein der Daseinsvorsorge. Rettungshubschrauber überbrücken Entfernungen in kürzester Zeit, bringen hochqualifiziertes medizinisches Personal an den Einsatzort und ermöglichen den schnellen Transport von Schwerverletzten oder lebensbedrohlich erkrankten Menschen in spezialisierte Kliniken. Oft entscheiden dabei wenige Minuten über Leben und Tod.
„Wer die Finanzierung der Flugrettung schwächt, gefährdet nicht nur einzelne Standorte, sondern die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger insgesamt“, erklärt die FWG Kreis Gießen. Besonders betroffen wären ländliche Regionen, in denen längere Anfahrtswege und eine geringere Dichte an medizinischen Einrichtungen ohnehin besondere Herausforderungen darstellen. Während Ballungsräume häufig auf ein engmaschiges Netz von Krankenhäusern und Rettungsdiensten zurückgreifen können, sind viele Menschen im ländlichen Raum auf eine leistungsfähige Luftrettung angewiesen.
Die FWG kritisiert, dass steigende Personalkosten zwar politisch gewollt und angesichts des Fachkräftemangels im Gesundheitswesen notwendig sind, die daraus resultierenden Mehrbelastungen für die Betreiber jedoch nicht ausreichend berücksichtigt werden. Dies könne dazu führen, dass Standorte wirtschaftlich unter Druck geraten oder Leistungen eingeschränkt werden müssen.
„Es ist widersprüchlich, einerseits höhere Anforderungen an Personal und Qualität zu stellen und andererseits die Finanzierung nicht entsprechend anzupassen. Die Zeche dürfen am Ende nicht die Patientinnen und Patienten zahlen“, so die FWG weiter.
Die Freie Wählergemeinschaft fordert daher Bund und Länder auf, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu überprüfen und sicherzustellen, dass notwendige Kostensteigerungen angemessen refinanziert werden. Die Luftrettung ist kein Luxus, sondern ein elementarer Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Ihre Finanzierung muss dauerhaft gesichert werden.
Die FWG Kreis Gießen wird sich auf allen politischen Ebenen dafür einsetzen, dass die Notfallversorgung in Mittelhessen und den ländlichen Regionen Hessens nicht geschwächt wird. Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung müssen Vorrang vor kurzfristigen Einsparungen haben.
FWG Kreis Gießen