Schulsozialarbeit auch an Kreis-Grundschulen
Seit kurzem auch Sozialarbeit an Kreis-GrundschulenKreis weitet Angebot derzeit aus – Oßwald begrüßt mit Andrea Günther erste Sozialarbeiterin – Ziel: Schon im Grundschulalter Defiziten entgegen wirken
Die Sozialarbeit an den Gesamt- und Förderschulen im Landkreis ist inzwischen fest etabliert. Nach einer Modellphase seit 2009 ging der Betrieb mit 17 Sozialarbeitern im Sommer in den Dauerbetrieb. „Sozialarbeit ist aber nicht erst ab Klasse 5 nötig“, erläutert Erster Kreisbeigeordneter Dirk Oßwald (Freie Wähler). Um Defiziten bei den Kindern schon möglichst früh zu begegnen, erst gar nicht eskalieren zu lassen, beginnt der Landkreis deshalb seit diesem Schuljahr erstmals mit dem Einsatz von drei Sozialarbeitern auch in insgesamt acht beteiligten Grundschulen. Mit Andrea Günther, begrüßte der Jugend- und Sozialdezernent kürzlich die erste Grundschul-Sozialarbeiterin, die am 1.8.2011 ihre Arbeit an der Theodor-Heuß-Grundschule in Laubach aufgenommen hat.
Zusammen mit Matthias Spangenberg, Fachdienstleiter Schule, der das Projekt in der Kreisverwaltung federführend bearbeitet, ließ man sich vom erfolgreichen Start dieses neuerlichen, hessenweit pilothaften Modellprojekts der geplanten flächendeckenden Sozialarbeit an Grundschulen berichten.
Schmunzelnd erzählte Schulleiterin Judith Markus dabei von einem Gespräch kürzlich mit einem Schüler, der sich dafür bedankte, „dass jetzt Frau Günther da ist, die sich um unsere Sorgen kümmert.“ Hinter „Frau Günther“ verbirgt sich die Sozialarbeiterin Andrea Günther. Sie war zuvor bereits 2 Jahre in der Schülerbetreuung der Grundschule tätig und ist nun seit den Sommerferien die Ansprechpartnerin von Schülern, Eltern, Lehrkräften und Schulleitung, wenn diese Probleme im Umfeld der Schule oder darüber hinaus haben.
„In erster Linie ist die Sozialarbeit an Schulen ein Bindeglied zwischen Schule und Jugendhilfe und soll helfen, Probleme im Bereich der Jugendhilfe bereits frühzeitig zu erkennen“, so Oßwald. Eines der ersten Angebote, die Andrea Günther aufgebaut hat, ist die „ruhige Pause“, in der die Kinder täglich gemeinsam mit ihr malen, sich Geschichten erzählen oder auf Phantasiereise gehen. „Es ist für manche Kinder wichtig eine Möglichkeit zu haben Ruhe zu finden, dem Schulalltag kurz zu entfliehen“, berichtet die Diplom-Pädagogin. „Außerdem haben die Schüler die Möglichkeit, eine Nachricht im Kummerkasten zu hinterlassen, der sich an meiner Türe befindet“, fügt Andrea Günter hinzu.
Träger der Sozialarbeit an der Theodor-Heuss-Schule ist – ebenso wie an der Gesamtschule Laubach und der Grund- und Gesamtschule in Grünberg - der Internationale Bund Laubach. Ralf Finthammer ist stolz, dass die Sozialarbeiterin und ihre Angebote so gut an der Schule angenommen werden. Durch den direkten Kontakt mit Schülern und Eltern können die Sozialarbeiter auch Informationen über das Bildungs- und Teilhabepaket vermitteln. „Sollten Eltern Fragen zum Bildungs- und Teilhabepaket habe, so können sie sich gerne an Frau Günther wenden“, erklärt Finthammer abschließend.
Die Theodor-Heuss-Schule ist mit 333 Schülern eine von acht Grundschulen, in denen vor Kurzem insgesamt drei Sozialarbeiter ihre Arbeit aufgenommen haben und folgt somit damit allen Gesamt- und Förderschulen im Landkreis Gießen, die die Vorreiterrolle in Sachen Sozialarbeit in Schulen in Hessen inne haben.

Bildunterschrift:
vl. Schulleiterin Judith Markus, Ralf Finthammer vom IB Laubach, Fachdienstleiter Schule Matthias Spangenberg, Sozialarbeiterin Andrea Günther und Erster Kreisbeigeordneter Dirk Oßwald
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